Keine weitere Belegung von Bonner Sporthallen

Oberbürgermeister Ashok Alexander Sridharan hat dem Stadtsportbund Bonn (SSB) zugesichert, alles in seiner Macht Stehende zu tun, damit keine weiteren Sporthallen in der Stadt für die Flüchtlingsunterbringung genutzt werden müssen. In einem anderthalbstündigen, intensiven Gespräch, zu dem Sridharan den SSB-Vorstand ins Alte Rathaus eingeladen hatte, machte der OB allerdings auch klar, dass die Stadt keine einhundertprozentige Garantie aussprechen könne. Letztlich werde die Situation allein von der Anzahl der Flüchtlinge bestimmt, die der Stadt zugewiesen werde und die dann untergebracht werden müsse.
Dennoch sei die Stadt zuversichtlich, die weiterhin nach Bonn kommenden Flüchtlinge nicht in weiteren Sporthallen einquartieren zu müssen. Es gebe mittlerweile eine Reihe von anderweitigen Maßnahmen, die die Stadt ins Auge gefasst habe, um zunächst kurzfristige Aufnahmemöglichkeiten bzw. mittel- und langfristig Wohnraum zu schaffen. Die Stadt arbeite unter Hochdruck an der Umsetzung, benötige aber dabei auch bei manchen Projekten die politische Unterstützung der Parteien.
Auf jeden Fall, so der Oberbürgermeister, werde die Stadt Sorge dafür tragen, dass der Sport in Bonn weiter existiere. Es werde auch dafür gesorgt, dass alle Wettkampfmannschaften, die Großsporthallen benötigen, ihrem Sport weiter nachgehen könnten und natürlich auch der Schulsport weiterginge.
Sollte allerdings der Fall eintreten, dass alle ins Auge gefassten Ersatzmaßnahmen scheitern würden und doch noch einmal Sporthallen belegt werden müssten, dann werde die Stadt in enger Abstimmung mit dem Stadtsportbund Möglichkeiten suchen und finden, die Belastungen für alle Vereine so gering wie möglich zu halten, sicherte Sridharan zu. Dieser „worst case“ werde allerdings nicht eintreten. Da sei er eigentlich sicher, sagte der Oberbürgermeister.

SSB-Vorsitzender: „Erst einmal vertrauen wir dem OB“
„Vertrauen und Fairness sind Grundprinzipien des Sports. Und genau auf diese Tugenden setzen wir jetzt auch. Erst einmal vertrauen wir dem Oberbürgermeister, dass er seine Zusicherungen und Ankündigungen umsetzt“, sagte SSB-Vorsitzender Michael Scharf. Gleichzeitig dankte er dem Oberbürgermeister für die Offenheit des Gesprächs.
„Ich glaube allerdings, dass die Stadt erst nach unseren Protesten und nach unserer Außerordentlichen Mitgliederversammlung wirklich erkannt hat, in welchem Maße der Sport in unserer Stadt durch die von der Stadt geplanten Maßnahmen bedroht war. Und ich glaube, sie hat auch erst durch das beeindruckend gemeinsame und solidarische Auftreten unserer Vereine wirklich erfasst, wie entschlossen die Stimmung im Bonner Sport war und weiterhin ist“, so Scharf. Er sicherte den Verantwortlichen der Stadt im Namen des Stadtsportbundes zu, jederzeit zu konstruktiven und lösungsorientierten Gesprächen zur Verfügung zu stehen, wobei der SSB das natürlich auch umgekehrt von der Stadt erwarte.